Praxis für Chirurgie · Handchirurgie

Tumore

Tumor bedeutet zunächst einmal Schwellung und sagt nichts über Gut- oder Bösartigkeit aus. Die im Handbereich auftretenden Tumore sind in der Regel gutartig und werden, da sie im eigenen und fremden Blickfeld liegen (Ausnahme Knochentumore) meist frühzeitig entdeckt.
Aufgrund der hohen Mobilität und engen Nervenversorgung im Handbereich treten frühzeitig Beschwerden auf. Die Diagnose ergibt sich durch Inspektion, Tastbefund, Röntgenaufnahme, ggf Kernspintomographie und/ oder Röntgenkontrastmitteldarstellung bei Gefäßtumoren. Nur nach vollständiger Entfernung und histologischer Untersuchung kann eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden. Grundsätzlich kann ein entfernter Tumor an derselben Stelle erneut auftreten (Rezidiv). Häufige Tumore im Handbereich:

1. Ganglion (Überbein):

hierbei handelt es sich um ein prallelastisches, cystisches Gebilde, das häufig gestielt von einer Gelenkkapsel, Sehnenscheide oder einem Ringband ausgeht. Ursächlich werden u.a. chronische Reizzustände bei degenerativen Veränderungen (Arthrose) und Überlastung diskutiert. Häufige Lokalisationen sind am speichenseitigen Handgelenk und an den Streckseiten der Fingerendgelenke (mucoide Cyste), hier meist bei arthrotischen Veränderungen am Endgelenk (Heberden Arthrose).
Häufig tritt dann infolge Druck auf die Nagelwurzel eine rillenförmige Deformierung des Nagels auf. Konservative Maßnahmen wie z.B. Zerdrückung sind in der Regel wirkungslos. Die Rezidivrate (d.h. Wiederauftreten) nach operativer Entfernung liegt bei ca 10%.

2. Lipom:

Gutartiger, von einer feinen Bindegewebskapsel umgebener Fettgewebstumor, häufig im Bereich der Hohlhand oder des Daumenballens. Die Entfernung ist in der Regel problemlos möglich.

3. Riesenzelltumor (Synovialom):

Gutartiger, von den Sehnenscheiden ausgehender Tumor mit fehlender oder nur sehr dünner Kapsel. Die Entfernung bedarf großer präparatorischer Sorgfalt da der Tumor infiltrierend in angrenzende Zwischenräume wächst und häufig von Nerven oder Blutgefäßen durchzogen wird. Es besteht Rezidivrisiko (Wiederauftreten).

4. Glomustumor:

gutartiger Gefäßtumor häufig vorkommend im Bereich der Fingerbeere, dem Nagelbett (unter dem Nagel) oder Nagelfalz. Er imponiert durch einzeln oder multipel auftretende, bisweilen bläulich durch die Haut schimmernde Knötchen und anfallsartige, heftige Schmerzen.

5. Enchondrom:

gutartiger, cystischer Knochentumor der bevorzugt im Finger- oder Mittelhandbereich auftritt. Die Diagnose erfolgt häufig als Zufallsbefund bei Röntgenuntersuchungen aus anderem Grund oder bei pathologischen Frakturen, d.h. Fraktur nach Bagatellverletzung ohne adäquates Trauma.
Die Behandlung besteht in vollständiger Tumorausräumung und Auffüllung des Defektes mit Knochenschwamm (Spongiosaplastik) vom Beckenkamm oder Griffelfortsatz der Speiche.

6. Naevus:

pigmentierte Flecken und Muttermale an der Hand sind häufig und bedürfen meist keiner mediz. Beachtung. Nävi, die sich verändern, sollten entfernt und feingeweblich untersucht werden, die Abgrenzung gegen den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) ist nur durch histologische Aufarbeitung möglich.

7. Morbus Bowen:

Präkanzerose (Hautveränderung mit erhöhtem Entartungsrisiko)

8. Pyogenes Granulom:

Pilzartige, granulomatöse ("wildes Fleisch"), leicht blutende Hautgeschwulst.

9. Epidermiscyste:

Prallharter, kugeliger Tumor, meist nach länger zurückliegender Verletzung

10. Glumustumor:

Gutartiger, schmerzhafter TM, häufig unter dem Fingernagel, (dann meist bläulich durch den Nagel schimmernd)

11. Melanom:

An der Hand können alle Melanomarten vorkommen, das Melanom ist keineswegs immer pigmentiert. Bei Melanomverdacht ist wegen Gefahr der Tumorzellverschleppung eine Probeexzision kontraindiziert, es muß primär vollständig entfernt werden.

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Riesenzell1
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pyogGranulom1
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EchondromPraOPdv

1. Ganglion

3. Reisenzelltumor

7. Morbus Bowen

8. Pyogenes Granulom

9. Epidermiscyste

11. Melanom

5. Echondrom

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