Praxis für Chirurgie · Handchirurgie

Komplexes regionales Schmerzsyndrom (Synonyme: sympathische Reflexdystrophie, MorbusSudeck, Algodystrophie, Kausalgie).

Es handelt sich um ein Schmerzsyndrom vorwiegend an der oberen Extremität und kann nach Verletzung oder Operation auftreten. Dabei sind die Schwere und Art der Verletzung nicht ausschlaggebend für die Entwicklung eines CRPS. Die Ursache ist noch immer unklar, diskutiert wird: Nach einer Gewalteinwirkung (Verletzung, OP) erfolgt im Rahmen der Reparatur die Freisetzung von Botenstoffen (sogenannte Entzündungsmediatoren), bei CRPS werden diese nicht in ausreichendem Maße abgebaut, die neurogene Entzündungsreaktion wird verlängert, das betroffene Gewebe reagiert somit nicht adäquat, dies führt u.a. zu einer Sensibilisierung der schmerzverarbeitenden Nerven und verändertert die Durchblutung der betroffenen Extremität mit nachfolgender Dystrophie und Atrophie . Folgende Symptome sind charakteristisch:

- Autonome Störungen: Ödeme, veränderte Hauttemperatur (erhöht oder erniedrigt), vermehrte Schweißsekretion, Veränderungen der Nägel und des Haarwachstums,

- Sensorische Störungen: Hyperalgesie (gesteigerte Schmerzempfindlichkeit), Allodynie (der Schmerz wird schon durch geringfügige Reize ausgelöst, die normalerweise keinen Schmerz verursachen würden)

- Motorische Störungen: Bewegungseinschränkung, Kontraktur,  Lähmung, Tremor

Im Vordergrund steht ein brennender Schmerz in der betroffenen Hand,  mit Schwellneigung des Gewebes und livider (blass-bläulich fahler) Farbe der Haut als Ausdruck einer vasomotorischen Instabilität bei überschießender Sympathikusreaktion.

Stadium 1(akutes Stadium) im Vordergrund stehen Schmerz, Schwellung, Rötung Überwärmung und Funktionseinschränkung

Stadium 2: Dystrophie; neben Ruhe- und Bewegungsschmerz tritt eine zunehmende Steifheit der Hand- und Fingergelenke ein, Wachstumsstörungen von Nägel und Haaren, radiologisch sichtbare Entkalkung (Inaktivitätsosteoporose).

Stadium 3: Atrophie, Endstadium; es kommt zu Muskelschwund und irreversiblen Kontrakturen Gelenkeinsteifungen) mit vollständigem Funktionsverlust.

Therapeutisch kommt je nach Stadium in Frage: Physiotherapie, Lymphdrainage, Ergotherapie, medikamentöse Schmerztherapie, Calcitonin Nasenspray (wirkt Knochenabbau entgegen), Blockade des sympathischen Ganglion stellatum, lokale Anwendung steroidhaltiger Salben

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Montag oder Dienstag
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