Praxis für Chirurgie · Handchirurgie

Allgemein

Jedes Gelenk wird durch eine Kapsel und Bänder stabilisiert. Infolge äußerer Gewalteinwirkung kann es zu einer Instabilität mit Schwellung, Fehlstellung, Luxation, Achsabweichung kommen. Bei anhaltender Gelenkfehlstellung besteht die Gefahr der Ausbildung einer schmerzhaften Arthrose und Funktionseinschränkung. Um Spätschäden zu vermeiden ist es wichtig diese Fehlstellung möglichst rasch zu beseitigen. Hat sich nach einer Bandruptur das Gelenk spontan wieder korrekt eingestellt ist es wichtig festzustellen ob das Gelenk stabil oder instabil ist. Dies erfolgt durch die klinische Untersuchung und eine Röntgenaufnahme, ergänzend kann eine MRT Untersuchung notwendig sein. Die Behandlung an den verschiedenen Gelenken ist unterschiedlich, bei einigen Gelenken ist die spontane Heilungstendenz je nach Ausmaß der zerstörten Strukturen gut, so daß sich nach kurzfristiger Ruhigstellung und anschließender, frühzeitiger Bewegungstherapie wieder eine normale Funktion erzielen läßt. In bestimmten Fällen müssen zerrissenen Bandstrukturen jedoch operativ fixiert oder rekonstruiert werden.

1. Verrenkung von Gelenken an den Langfingern:

Heftige Gewalteinwirkungen können zu Verrenkungen (Luxation) von Fingergelenken führen, je nach klinischem und radiologischem Befund erfolgt die Behandlung konservativ oder operativ. Die Behandlung gestaltet sich nicht selten langwierig wegen anhaltender Schwellneigung und Funktionseinschränkung. Infolge Vernarbung der gerissenen Kapsel- Bandstrukturen und bei nicht fachgerechter Behandlung kommt es nicht selten zu einer Beugekontraktur des Fingers, d.h. der Finger versteift in Beugestellung (meistens Mittelgelenk).

2. Daumen, Skidaumen (Ruptur oder knöcherner Ausriß ulnares Seitenband am Daumengrundgelenk):

hervorgerufen durch einen gewaltsamen Abspreizmechanismus des Daumens kommt es zu einer Ruptur des innenseitigen (ulnaren) Bandes am Daumengrundgelenk. Hierdurch wird der Daumen im Grundgelenk unfähig seine Haltefunktion im Gegengriff zu den Langfingern auszuüben. Da die Bandstümpfe durch einfache Ruhigstellung meist nicht wieder den Weg zueinander finden ist die konservative Behandlung in über 90% der Fälle erfolglos, eine operative Rekonstruktion ist indiziert, hierbei zeigt sich häufig auch eine Zerstörung weiterer Strukturen.

3. Handwurzel Verrenkungen an der Handwurzel:

Ursache ist meist Sturz auf die gestreckte Hand oder schwerer Anprall beim Ballsport. Am häufigsten ist die Bandverbindung zwischen Kahn- und Mondbein betroffen. Bei eindeutigem Befund besteht OP Indikation um langfristige, irreversible Schäden zu verhindern.

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Ruptur ulnares Seitenband Daumen („Skidaumen“)

Das Band an der Ellenseite (Innenseite) des Daumengrundgelenks ist gerissen, der Daumen ist „aufklappbar“ ein festes Greifen ist nicht mehr möglich.

UlnaresSeitenbandZeichnungmitpaintbearbeitet

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